DUWN – Lohnwunder in Ungarn – Teil IV. Produktivität oder Stagnation

Die entscheidende Frage ist jedoch: Kann Ungarn die Produktivität ebenfalls nachziehen und damit die höheren Gehälter rechtfertigen? Schon einmal gab es zwischen 2001 und 2006 Übertreibungen die das Land in eine schwierige Lage brachten. Auch laut Analysten liegt Ungarn mit den Lohnerhöhungen über dem Niveau, das von der gesamtwirtschaftlichen Produktivität her gerechtfertigt wäre. Daher sollte die Produktivität gesteigert werden. Die nächsten Jahre ist in Ungarn mit weiteren Lohnsteigerungen und mit einem Wirtschaftswachstum über 3% zu rechnen. Danach ergeben sich zwei Szenarien: Die ungarischen Unternehmen modernisieren und steigern durch Investitionen die Produktivität. Diese Dynamik würde sich dann nachhaltig fortsetzten. Dagegen sprechen aber im Moment häufige impulsartige politische Entscheidungen sowie der leistungsschwacher Staatssektor. In einem pessimistischem Scenario wiederholten sich aber die Fehlentwicklungen der letzten Jahre. Der Lohnwunder würde zwar einen Konsumboom verursachen, die Modernisierung der Wirtschaft bliebe jedoch aus. Es würde zu langfristigen Verwerfungen in der Leistungsbilanz kommen, mit Folgen einer wirtschaftlichen Stagnation. Die Löhne müssen also langfristig mit der Produktivität übereinstimmen.

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