DUWN – „Ideologie ist kein Investitionsfaktor“ – Gespräch mit Gabriel A. Brennauer von der Deutsch-Ungarischen Handelskammer

„Ideologie ist kein Investitionsfaktor“

Aufgrund seines Regierungsstils gilt Orbán heute im Westen Europas als umstrittener Premier. Doch wie hat sich die ungarische Wirtschaft in den vergangenen acht Jahren unter Orbán entwickelt? Zusammenfassung eines Gesprächs mit Gabriel A. Brennauer von der Deutsch-Ungarischen Handelskammer.

Die Anfangszeit der Orbán Regierung um 2010 wurde dominiert von der Griechenland-Krise, sowie der Frage nach wirtschaftlichen Rahmenbedingungen nach der schweren Finanzkrise. Man fragte sich ob sich Ungarn überhaupt selbst am Leben erhalten kann oder ebenfalls gestützt werden muss. Nimmt man dies als Ausgangspunkt der Regierung von Orbán, so muss man feststellen das Ungarn die Krise aus eigener Kraft überwunden hat.
Insgesamt ist die wirtschaftliche Lage des Landes wesentlich besser als noch vor 8 Jahren. Die Arbeitslosenquote liegt bei 4 Prozent, das Wachstum ist überdurchschnittlich. Im letzten „Eurobarometer“ äußerten sich bereits 53 Prozent der Ungarn zufrieden mit ihrer finanziellen Situation. Noch 2012 beurteilten gerade einmal zwei Prozent der deutschen Unternehmen in Ungarn die Lager der ungarischen Volkswirtschaft als gut. Dieser Wert liegt mittlerweile bei 60 Prozent. Dies verursacht wohl auch einen Gewöhnungseffekt mit einem gewissen Wohlfühlfaktor. Die Politik kann nicht mehr damit punkten, dass es dem Land wirtschaftlich gut geht. Dies ist auch ein Grund, warum die Regierung um Orbán Zuspruch bei den Wählern verliert.

Obwohl Transparency International Ungarn bzgl. Korruption zuletzt markant heruntergestuft hatte, glaubt Brennauer nicht das dies Auswirkungen auf deutsche Unternehmen habe. Gerichtsverfahren diesbezüglich beziehen sich ausschließlich auf öffentliche Vergaben. Von Mitgliedern vom verarbeitenden Gewerbe über Automotive, Industrie, Chemie, Energie und Handel gab es hier keine konkreten Beschwerden. Verglichen mit anderen mittel- und osteuropäischen Ländern liegt Ungarn auch in Sachen Rechtstaatlichkeit laut Umfrage der Handelskammer leicht über den Durschnitt. Konflikte wie die Kritik der Regierung an Investor George Soros hatten keinen signifikanten Einfluss auf Direktinvestitionen aus dem Ausland. Die Zahlen hier sind konstant, um die drei bis vier Milliarden Euro pro Jahr. Alleine deutsche Unternehmen investierten seit 2010 etwa neun Milliarden Euro. Aus Sicht der Investitionen folgen Unternehmen hier also keine ideologischen Kriterien.

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https://www.wiwo.de/politik/europa/ungarn-ideologie-ist-kein-investitionsfaktor/21149368.html

 

 

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