DUWN – „Der Forint liegt am Boden“ – Stimmungsschwankungen am internationalen Finanzmarkt

„Der Forint liegt am Boden“ – sowohl Medien als auch Analysten gebrauchen gerne Formulierungen dieser Art, vor allem wenn der ungarische Zahlungsmittel nach langen Jahren der Stabilität schwächelt. Experten sind sich aber sicher: es gibt keinen Grund für Panik, obwohl gerade etwas Ungewöhnliches passiert.

Am 21. Mai erreichte der Forint seinen zweijährigen Tiefpunkt – ein Euro kostete rund 319,26 Forint. Dies war auch deshalb ungewöhnlich, weil sich die Währung in Jahren zuvor um 310 recht lange stabil festigte.

Warum also schwächelt der Forint?

Es gibt Situationen indem der jeweilige Wechselkurs den Zustand des Staates wiederspiegelt. Die jetzige Situation ist anders. Die Gründe für die Schwäche des Forints findet man außerhalb des Marktes.

Innerhalb der Region verloren der polnische Zloty als auch die Tschechische Krone ebenfalls an Wert. Ein wichtiger Grund für dieses Phänomen ist die Tatsache das Anleger Devisen der Eurozone sowie der amerikanischen Wirtschaft wesentlich attraktiver halten als Devisen sich entwickelnder Staaten. Daher lohnt es sich für sie auch mehr ihre Gelder in diese zu investieren.

Davon unabhängig könnte aber die Ungarische Nationalbank (MNB) diese Entwicklung leicht beeinflussen, damit der Forint nicht weiter an Wert verliert. Die zur Verfügung stehenden Mittel hierzu wären die Erhöhung des Leitzinses oder kurze Mitteilungen zur Beruhigung des Marktes. In ihrer letzten Mitteilung sagte die MNB jedoch nur, es gäbe „starke Stimmungsschwankungen“ am internationalen Finanzmarkt. Der Markt hatte hier eine wesentlich signifikantere Rückmeldung erwartet, damit verlor der Forint nach der Mitteilung weiter an Wert.

Der schwache Forint bedeutet Probleme für all die, die Importwaren kaufen, sowie die ihre Kredite in Devisen (wie Euro oder Schweizer Franken) tilgen.

Auch die Benzinpreise werden steigen, diese werden ebenfalls zum Teil von den Wechselkursen gesteuert.

Auch Urlauber werden durch die Änderung beeinflusst. Vor allem wenn sie nicht vorher reserviert hatten. Das bei vielen beliebte Ziel Kroatien hat hier mit der Kuna eine wesentlich stärkere Währung als der heimische Forint.

Wem nützt der schwache Forint?

Oft werden hier Export orientierte Unternehmen genannt. Jedoch macht der größte Teil der Export Unternehmen in Ungarn ihre Geschäfte in Euro (z.B. Mercedes oder Audi), hier spielt der Wechselkurs der Forint keine wesentliche Rolle. Rein ungarische Exportunternehmen freuen sich nur selten über den schwachen Forint, da sie ihre Rohmaterialien aus dem Ausland kaufen.

Den gesamten Artikel finden Sie hier:
http://hvg.hu/gazdasag/20180523_forintarfolyam_mnb_deviza_forint

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