Orbán: Rolle Mitteleuropas wird aufgewertet

Bei einem Treffen der ungarischen „Ständingen Konferenz“ sprach am Freitag Ministerpräsident Viktor Orbán in Budapest hinter verschlossenen Türen über die Stärkung Mitteleuropas gegenüber der deutsch-französischen Achse in Europa. Das Volumen und der Wert des deutsch-französischen Handels mache die Hälfte des Handels zwischen der Visegrád-Gruppe und Deutschland aus, sagte Orbán in einem, auf der Regierungswebsite veröffentlichten Bericht. Dies sei „eine beispiellose Entwicklung“. Orbán betonte: er habe vorausgesagt, dass Mitteleuropa, einschließlich des Karpatenbeckens, der Motor des europäischen Wirtschaftswachstums in den kommenden Jahren sein wird. „Der Beitritt Montenegros, Mazedoniens und Serbiens zur Europäischen Union wäre ein wichtiger Schritt zur Stärkung der Bedeutung Mitteleuropas in geopolitischer Hinsicht.“

Ungarns Zentralbank kauft 28 Tonnen Gold

Bereits im März hatte Ungarn angekündigt, das in London gelagerte Gold abzuziehen.
Die ungarische Zentralbank gab am Dienstag eine signifikante Erhöhung der nationalen Goldreserven bekannt. Die Magyar Nemzeti Bank (MNB) buchte im Oktober zusätzlich 28,4 Tonnen Gold ein.
Damit haben sich die Goldbestände des Landes von zuvor 3,1 Tonnen auf 31,5 Tonnen verzehnfacht. In der Erklärung der MNB heißt es: „Unter Berücksichtigung der langfristigen Ziele der nationalen und wirtschaftspolitischen Strategie des Landes hat der Währungsrat der Magyar Nemzeti Bank die offiziellen Goldreserven Ungarns im Einklang mit seiner früheren Entscheidung deutlich erhöht.“

Die Zentralbank Ungarns kaufte damit erstmals seit 1986 wieder Gold.

 

Visegrád-Gruppe plant den Bau der Budapest-Bratislava-Brno-Warschau Express Bahnlinie

Die Länder der Visegrád-Gruppe beschlossen gemeinsam eine Hochgeschwindigkeitslinie zwischen Budapest, Bratislava, Brno und Warschau zu bauen. Das teilte der ungarische Außenminister nach Gesprächen mit den Verkehrsministern der anderen drei Mitgliedern der Gruppe am Montag in der Slowakei mit. Die Entscheidung wurde in Übereinstimmung mit den politischen Interessen aller vier Mitgliedern beschlossen, sagte Péter Szijjártó. Bereits in einer Woche werden die öffentlichen Ausschreibungen des Projektes veröffentlicht. Der Ausschreibungsprozess soll ein halbes Jahr dauern, eine Durchführbarkeitsstudie soll innerhalb ein bis zwei Jahren fertiggestellt werden. Die neue, zweigleisige Linie soll Geschwindigkeiten von bis zu 250 km/h ermöglichen. Die Züge werden in allen drei Hauptstädten halten, sowie in Brno. An den Gesprächen nahm auch die Europäische Investment Bank (EIB) teil. Die Bank hatte bereits viele Zuglinienprojekte finanziert. „Dies wird ein typisches Visegrád Projekt, mit Teilnahme aller vier Länder an der Finanzierung.“ sagte Szijjártó.

KMU trifft angewandte Wissenschaften – Vortrags- und Posterveranstaltung 18.10.2018 | 15-20 Uhr | Gelsenkirchen

Eines der maßgeblichen Anliegen des Deutsch-Ungarischen
Unternehmerclubs ist die Förderung der Zusammenarbeit
deutscher und ungarischer Unternehmen. Aber nicht nur. In
unserer globalisierten Wirtschaft kann ein Verein wie der
unsere sich nicht auf binationale Interessen beschränken.
Die Weltwirtschaft insgesamt liegt uns am Herzen. Unser
Fokus liegt dabei jedoch ganz klar auf den KMU. Denn
ebenso wie es in vielen KMU nur begrenzte Kapazitäten für
F+E-Projekte gibt, ist das Networking zumindest auf
überregionaler und internationaler Ebene doch eher
zurückhaltend. Unser Verein möchte hier unterstützen und
die KMU aus allen Regionen einander näher bringen.

Bereits letztes Jahr trafen sich Unternehmer und Wissenschaftler aus Ungarn und Deutschland in der Westfälischen Hochschule in Gelsenkirchen um die Kooperation zwischen Wissenschaft und Kleinen- und Mittelständischen Unternehmer (KMU) zu verstiefen sowie Möglichkeiten zu zeigen, wie auch die gemeinsame Forschung und Entwicklung von Firmen und Hochschulen aus Deutschland mit der technischen Universität Óbuda möglich sind. Länderübergreifende Zusammenarbeit in der angewandten Wissenschaft kann man sinnvoll und erfolgreich gestalten und hierzu wurden vielversprechende Ansatzpunkte vorgestellt. Die Veranstaltung wurde durch die Westfälische Hochschule in Gelsenkirchen und dem Deutsch-Ungarischen Unternehmerclub aus Paderborn organisiert.

Daher freut es uns besonders, dass die erfolgreiche Veranstaltung „KMU trifft angewandte Wissenschaften“ auch dieses Jahr an der Westfälische Hochschule Gelsenkirchen stattfindet. Zu den Vortragenden gehören dieses Jahr ebenfalls zwei besonderen Gäste aus Ungarn. Dies
hat seinen Grund. Denn Ungarn unterstützt und fördert seine
KMU in besonderem Maße. Es freut uns deshalb ganz
besonders, dass Herr Balázs Szegner, Generalkonsul von
Ungarn in Düsseldorf, uns einen Überblick über die Zusammenarbeit in den Bereichen Bildung und Wirtschaft zwischen NRW und Ungarn geben wird.
Dr.habil. József Tick von der Universität Óbuda in
Budapest wird uns einen Einblick über die Rolle der kleinen und mittleren Unternehmen im Bereich Forschung und Entwicklung geben, sowie den Arbeitsplan- und
Aktivitäten-Vorschlag für die Jahre 2018-2019 präsentieren.

Wir freuen uns auf die Veranstaltung und wünschen allen
Anwesenden einen angenehmen Tag.

Veranstalter und Ort der Veranstaltung:
Donnerstag, 18. Oktober 2018
15.00 – 20.00 Uhr
Westfälische Hochschule Gelsenkirchen
Neidenburger Straße 43
45897 Gelsenkirchen

Flyer-KMU trifft angewandte Wissenschaften-2018

8. Be Smart Start-up Wettbewerb – Ausschreibung zur Bewerbung

In September können die vielversprechendsten Startups zum achten Mal am Be Smart Wettbewerb der Öffentlichen Stiftung Budapester Unternehmensentwicklung (BVK) teilnehmen und damit die Möglichkeit erhalten durch eine erfolgreiche Teilnahme sich im Ausland vorzustellen sowie Kontakte zu knüpfen.

„Wir haben alles getan, um den Gewinnern des Be Smart Wettbewerbs die besten Voraussetzungen beim Ausbau der Kontakte zu bieten. Für die Entwicklung eines professionellen Start-ups ist es unerlässlich, sich kontinuierlich auf dem heimischen Markt, aber auch international messen zu lassen. Wir nutzen unsere langjährigen Erfahrungen und städtediplomatischen Beziehungen um den erfolgreichen Auftritt der Start-ups auf den niveauvollsten internationalen Veranstaltungen zu unterstützen.“ – sagte Szalai Piroska, Vorsitzende des BVK Kuratoriums.

Start-ups aus allen Gebieten können sich für eine Teilnahme anmelden. Im Fokus stehen vor allem Entwicklungen auf dem Gebieten Smart City sowie Innovation und Digitalisierung im Tourismus.

Die beim Wettbewerb ausgewählten, vielversprechendsten Start-ups können am 11-12. Oktober als Teil der ungarischen Delegation auf der bedeutendsten Start-up Veranstaltung des Ruhrgebiets, dem Ruhr Summit in Bochum ausstellen, sowie auf der Web Summit in Lissabon (05-08. November 2018) und der 4YFN Barcelona 2019 (25-28. Februar 2019).

Die Veranstaltung des Wettbewerbs erfolgt durch die öffentliche Stiftung in Zusammenarbeit mit dem Ungarischen Generalkonsulat Düsseldorf, der Ungarischen Botschaft Lissabon und dem Ungarischen Generalkonsulat Barcelona.

Bedingungen der Teilnahme sowie Fristen

Es werden Start-ups gesucht, die bereits auf dem Markt sind, oder zumindest über einem Prototyp verfügen.

Die Auswahl erfolgt in zwei Durchgängen.

Anmeldefristen

1. Runde

Schriftliche Bewerbung Abgabe bis 10. September 2018. 12:00.
Das Formular kann hier runtergeladen werden. Link.
Bitte nach Ausfüllen des Formulars auch ein one-pager an die Adresse (besmart@bvk.hu) schicken.

2. Runde

In der zweiten Runde stellen sich die durch den Ausschuss ausgewählten Start-ups auf englischer Sprache in Rahmen von pitches.

Weitere Informationen: Dunay Adrienn Viktoria, E-mail: dunay.adrienn.viktoria@bvk.hu

BMW baut neues Werk in Ungarn

Nach Audi, Opel und Mercedes folgt nun auch BMW mit einem Werk in Ungarn. Das Unternehmen will in der Nähe der ostungarischen Stadt Debrecen auf einem Gebiet von 400 ha ein neues Werk errichten. Rund eine Milliarde Euro soll das Investitionsvolumen betragen. Das Werk soll rund 1000 Mitarbeiter beschäftigen und bis zu 150.000 Fahrzeuge mit Verbrennungs-, Elektro- und Hybridantrieb fertigen. Die Bauarbeiten sollen 2019 starten.

Laut András Salgó, Kommunikationsdirektor der BMW Group Magyarország, verfügt die BMW-Gruppe in Ungarn bereits über ein ausgedehntes Zulieferernetz, zu dem unter anderen die Csaba Metál Zrt. sowie ZF Lenksysteme gehören.

BMW erklärte seine Entscheidung für Debrecen mit einer sehr guten Infrastruktur, der Nähe zum Lieferanten-Netzwerk und qualifizierten Arbeitskräften vor Ort. Wirtschaftsminister Péter Szijjártó hob hervor: „Die Investition trägt zur Erhöhung der Wettbewerbsfähigkeit Ungarns bei und stärkt zudem die ungarisch-deutschen Wirtschaftsbeziehungen“. Ungarn hatte mit BMW bereits seit 14 Monaten verhandelt.

Oberbürgermeister Papp erklärte: „Die Wirtschaftserfolge der vergangenen Jahre werden durch den Bau des neuen BMW-Werkes gekrönt, die Vorstellungen über die Zukunft der Stadt werden durch die Investition umgeschrieben“. Beim Wettbewerb um den Standort spielten seiner Meinung nach auch die Direktflüge zwischen München-Debrecen, die Flughafenentwicklung, der Start des Investitionsfördersystems sowie der Bau einer internationalen Schule eine wichtige Rolle. Beim Wettstreit um den Standort stand auch Miskolc in der engsten Auswahl, die Stadt verfügt jedoch über keinen Flughafen.

Herr Generalkonsul Szegner übernahm das Amt der Doyens des Landes NRW

Herr Generalkonsul Szegner hat am 12. Juli 2018 das Amt der Doyens des Landes NRW übernommen – zum ersten Mal erfüllt der Leiter des ungarischen Generalkonsulates diese Position.

Als Doyen wird Herr Generalkonsul Szegner künftig der Sprecher und Vertreter des Konsularischen Korps bei feierlichen Anlässen und vertritt dieses bei dem Landesparlament, -regierung und –institutionen. In NRW gibt es mit rund 100 konsularischen und diplomatischen Vertretungen eines der größten Konsularkorps unter den deutschen Bundesländern.

„Bürgerliches Picknick“ bei Kötcse – Die Pläne von Fidesz bis 2022

Das „Bürgerliche Picknick“ bei Kötcse fand zum 17. Mal in Ungarn statt. Es ist die Veranstaltung bei der führende Fidesz Mitglieder ihre Erwartungen und Pläne bezüglich der Zukunft des Landes bekanntgeben. An der Veranstaltung nahm auch Viktor Orbán teil.

Laut Bericht des ungarischen Fernsehsenders ATV sprach Orbán zwar nicht von konkreten, zukünftigen Restriktionen, sagte aber dass Europa vor einer erneuten Wirtschaftskrise stehe. Daher sollen seine Minister nicht um zusätzliche Milliarden bitten, denn er würde keine geben.

„Wir könnten in die Klemme geraten zwischen Trump und Putin“ sagte der Ministerpräsident, „es werden unsere schwersten vier Jahre werden.“

Laut Orbán wird die bevorstehende Krise auch dadurch deutlich, dass beispielsweise Frankreich seine Staatsverschuldung von 72 auf 80 Prozent erhöht hatte. Orbán sagte, „das billige Geld“ werde aus Europa verschwinden.

Auch die amerikanischen Schutzzölle werden die Wirtschaft des Kontinents negativ beeinflussen. Die Aufhebung der Sanktionen gegen Russland könnte die Situation erleichtern, dies wäre aber sehr unwahrscheinlich, so Orbán.

Orbán soll bereits seine Minister darüber informiert haben, dass sie in den folgenden vier Jahren nicht den gewohnten Überfluss erleben werden, wie noch vor den Wahlen.

Orbán sagte ebenfalls, was er von den, mit der Regierung sympathisierenden Mitte-rechts Intellektuellen erwarte: „Qualität, Leistung und Raumforderung.“

 

 

DUWN – Forint unter Abwertungsdruck

Der Forint ist in den letzten Monaten unter Abwertungsdruck zum Euro und Dollar geraten. Insgesamt beträgt das Minus in diesem Quartal zum Euro rund 5 Prozent und zum Dollar rund 10 Prozent.
Mitte April kostete ein Euro noch etwa 310 Forint, ein Dollar etwa 250 Forint. Durch den Werteverfall mussten letzten Donnerstag für einen Euro 327 Forint und für einen Dollar 285 Forint bezahlt werden.
Deutliche Verluste verzeichnete ebenfalls der Aktienindex des Landes. Seit Anfang 2015 stieg dieser stark von etwa 15.00 Punkten auf 41.000 Punkte. Der aktueller Kurs liegt bei etwa 35.500 Punkten.
Da der Großteil der Schulden des Staates, der Unternehmen und auch der Haushalte in Fremdwährungen notiert sind, bedeutet dies ein hohes Währungsrisiko für das Land.

Den gesamten Artikel finden Sie hier:
https://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2018/06/29/spekulanten-nehmen-ungarn-ins-visier/

DUWN – Abschottung gegen osteuropäische Unternehmen – Neue Entsenderichtlinie

Abschottung gegen osteuropäische Unternehmen – Eine unsichtbare Mauer entsteht in Europa

Für die Gewerkschaften in Westeuropa ist dies ein großer Erfolg. Das EU-Parlament beschloss vor wenigen Tagen eine Verschärfung der „Entsenderichtlinie“, mit der Mauern gegen Arbeitnehmer aus Osteuropa errichtet werden. Angestellte und Arbeiter eines Unternehmens, die in einem EU-Land ansässig ist, sollen ab 2020 nur in einem anderen EU-Land arbeiten dürfen, wenn sie die gleichen Löhne und Gehälter bekommen wie die Arbeitnehmer des Gastlands. Die Hoffnung ist groß, dass somit endlich das vermeintliche Lohndumping gestoppt werden kann. Die Praxis sieht aber anders aus. Hinzu kommt die in Kauf genommene Desintegration Europas: denn ein Grundsatz der EU wird über Bord geworfen, die Bewegungsfreiheit der Unternehmen im Binnenmarkt somit beendet.

(Unterschieden wird hier zwischen Personen, die eigenständig eine Stelle im Ausland suchen, bzw. die von Firmen entsendet werden. Die neue Regelung betrifft nur letztere.).

Auch bisher mussten Arbeitnehmer ausländischer Firmen den Mindestlohn erhalten. Damit galten gesetzliche Regelungen sowie Tarifverträge auch für diese Gruppe. Die Verschärfung sieht vor, dass nun auch Lohnbestandteile zu zahlen sind, die über die Regelungen hinausgehen, wenn eine gleichartige Arbeit geleistet wird. Zudem müssen die An- und Abfahrtkosten ersetzt werden.

Das klingt zunächst sehr gerecht, bringt aber auch einige Probleme mit sich:

  • Eine weitere Bürokratie, die Unternehmen bremst, wird aufgebaut.
  • Wer entscheidet, was „gleichartige“ Arbeit ist? Wer stellt fest, welche Überzahlungen gem. Marksituation geleistet werden müssen?
  • Aus ähnlichen, bereits bestehenden Regelungen sind negative Folgen bekannt: Gesetze werden von Arbeitsmarktverwaltung und Sozialversicherung genutzt, um Bezahlungsregeln aufzustellen, die in den heimischen Unternehmen, die man leicht erreichen kann, angewandt werden müssen. Bei Nichteinhaltung der Regeln gibt es enorme Strafen.
  • Ausländische Unternehmen bleiben meist unerreichbar. Behörden werden ausländische Firmen schwer überprüfen können.

Es geht um den guten Zweck, den Kampf gegen Lohndumping.  Dies nützt den nationalen Arbeitskräften aber nicht.

Die Investition vieler Projekte kommt nur unter der Voraussetzung zustande, dass billigeren ausländischen Unternehmen eingesetzt werden können. Können Kostenentlastungen durch ausländische Anbieter nicht erfolgen, werden Pläne nicht ungesetzt und auch inländische Unternehmen verlieren Aufträge.

Die sogenannte „Kohäsion“ leidet auch unter der neuen Regelung. Arbeit im westeuropäischen EU-Ausland hat im Osten besondere, volkswirtschaftliche Bedeutung. Der Einsatz von ausländischen Unternehmen leistet somit einen Beitrag zur wirtschaftlichen Entwicklung. Die EU sollte also die Entsendung von Arbeitnehmern in reichere Staaten erleichtern und nicht behindern. Somit könnten die von der Brüsseler Zentrale aus verwalteten 40 bis 50 Milliarden Euro Hilfsgelder gestrichen werden, Mitgliedstaaten könnten entsprechend weniger nach Brüssel zahlen um Schulden und Defizite begleichen zu können.

Aber auch der Vergleich zwischen Löhnen der lokalen bzw. entsendeten Arbeitnehmer geht nicht auf:

  • Da es keine EU-Regeln für Lohn- und Einkommensteuer und Sozialversicherung gibt, zahlen die Unternehmen Abgaben für die Entsendeten in den Heimatländern.
  • Die Entsenderichtlinie bezieht sich nur auf Löhne, Gehälter, Zulagen und Reisekosten.
  • In Polen beträgt z.B. die Staatsquote aus Steuern und Abgaben knapp über 40 Prozent, in Frankreich deutlich über 50 Prozent.
  • Den Entsendeten Arbeitern würde hier also netto mehr bleiben als den französischen Kollegen.

Der Grundgedanke der Entsenderichtlinie ist also falsch: Es geht davon aus, dass das Lohnniveau vorgegeben sei und für alle gelte.

  • Arbeitsverhältnisse wandeln sich. Die klassischen 40-Stunden-Jobs werden weniger. Bevorzugt werden projektbezogenen Beschäftigungen und variable Arbeitszeiten sowie differenzierten Entlohnungen.
  • Es gibt keine klar definierten Mindestlöhne innerhalb eines Landes. In stark wachsenden Zentren wird mehr bezahlt als in schwächeren Zonen.
  • Im Ausland Arbeitende Personen üben Druck aus auf das Lohnniveau im Heimatland

Die Entsenderichtlinie demonstriert ein Misstrauen gegenüber dem Markt und bevorzugt damit die bürokratische Regulierung. Es geht dabei um etwa 1,3 Millionen Personen. Angesichts der 227,6 Millionen Erwerbstätigen in der EU sind das gerade mal 0,57 Prozent.