KMU trifft angewandte Wissenschaften – Vortrags- und Posterveranstaltung 18.10.2018 | 15-20 Uhr | Gelsenkirchen

Eines der maßgeblichen Anliegen des Deutsch-Ungarischen
Unternehmerclubs ist die Förderung der Zusammenarbeit
deutscher und ungarischer Unternehmen. Aber nicht nur. In
unserer globalisierten Wirtschaft kann ein Verein wie der
unsere sich nicht auf binationale Interessen beschränken.
Die Weltwirtschaft insgesamt liegt uns am Herzen. Unser
Fokus liegt dabei jedoch ganz klar auf den KMU. Denn
ebenso wie es in vielen KMU nur begrenzte Kapazitäten für
F+E-Projekte gibt, ist das Networking zumindest auf
überregionaler und internationaler Ebene doch eher
zurückhaltend. Unser Verein möchte hier unterstützen und
die KMU aus allen Regionen einander näher bringen.

Bereits letztes Jahr trafen sich Unternehmer und Wissenschaftler aus Ungarn und Deutschland in der Westfälischen Hochschule in Gelsenkirchen um die Kooperation zwischen Wissenschaft und Kleinen- und Mittelständischen Unternehmer (KMU) zu verstiefen sowie Möglichkeiten zu zeigen, wie auch die gemeinsame Forschung und Entwicklung von Firmen und Hochschulen aus Deutschland mit der technischen Universität Óbuda möglich sind. Länderübergreifende Zusammenarbeit in der angewandten Wissenschaft kann man sinnvoll und erfolgreich gestalten und hierzu wurden vielversprechende Ansatzpunkte vorgestellt. Die Veranstaltung wurde durch die Westfälische Hochschule in Gelsenkirchen und dem Deutsch-Ungarischen Unternehmerclub aus Paderborn organisiert.

Daher freut es uns besonders, dass die erfolgreiche Veranstaltung „KMU trifft angewandte Wissenschaften“ auch dieses Jahr an der Westfälische Hochschule Gelsenkirchen stattfindet. Zu den Vortragenden gehören dieses Jahr ebenfalls zwei besonderen Gäste aus Ungarn. Dies
hat seinen Grund. Denn Ungarn unterstützt und fördert seine
KMU in besonderem Maße. Es freut uns deshalb ganz
besonders, dass Herr Balázs Szegner, Generalkonsul von
Ungarn in Düsseldorf, uns einen Überblick über die Zusammenarbeit in den Bereichen Bildung und Wirtschaft zwischen NRW und Ungarn geben wird.
Dr.habil. József Tick von der Universität Óbuda in
Budapest wird uns einen Einblick über die Rolle der kleinen und mittleren Unternehmen im Bereich Forschung und Entwicklung geben, sowie den Arbeitsplan- und
Aktivitäten-Vorschlag für die Jahre 2018-2019 präsentieren.

Wir freuen uns auf die Veranstaltung und wünschen allen
Anwesenden einen angenehmen Tag.

Veranstalter und Ort der Veranstaltung:
Donnerstag, 18. Oktober 2018
15.00 – 20.00 Uhr
Westfälische Hochschule Gelsenkirchen
Neidenburger Straße 43
45897 Gelsenkirchen

Flyer-KMU trifft angewandte Wissenschaften-2018

8. Be Smart Start-up Wettbewerb – Ausschreibung zur Bewerbung

In September können die vielversprechendsten Startups zum achten Mal am Be Smart Wettbewerb der Öffentlichen Stiftung Budapester Unternehmensentwicklung (BVK) teilnehmen und damit die Möglichkeit erhalten durch eine erfolgreiche Teilnahme sich im Ausland vorzustellen sowie Kontakte zu knüpfen.

„Wir haben alles getan, um den Gewinnern des Be Smart Wettbewerbs die besten Voraussetzungen beim Ausbau der Kontakte zu bieten. Für die Entwicklung eines professionellen Start-ups ist es unerlässlich, sich kontinuierlich auf dem heimischen Markt, aber auch international messen zu lassen. Wir nutzen unsere langjährigen Erfahrungen und städtediplomatischen Beziehungen um den erfolgreichen Auftritt der Start-ups auf den niveauvollsten internationalen Veranstaltungen zu unterstützen.“ – sagte Szalai Piroska, Vorsitzende des BVK Kuratoriums.

Start-ups aus allen Gebieten können sich für eine Teilnahme anmelden. Im Fokus stehen vor allem Entwicklungen auf dem Gebieten Smart City sowie Innovation und Digitalisierung im Tourismus.

Die beim Wettbewerb ausgewählten, vielversprechendsten Start-ups können am 11-12. Oktober als Teil der ungarischen Delegation auf der bedeutendsten Start-up Veranstaltung des Ruhrgebiets, dem Ruhr Summit in Bochum ausstellen, sowie auf der Web Summit in Lissabon (05-08. November 2018) und der 4YFN Barcelona 2019 (25-28. Februar 2019).

Die Veranstaltung des Wettbewerbs erfolgt durch die öffentliche Stiftung in Zusammenarbeit mit dem Ungarischen Generalkonsulat Düsseldorf, der Ungarischen Botschaft Lissabon und dem Ungarischen Generalkonsulat Barcelona.

Bedingungen der Teilnahme sowie Fristen

Es werden Start-ups gesucht, die bereits auf dem Markt sind, oder zumindest über einem Prototyp verfügen.

Die Auswahl erfolgt in zwei Durchgängen.

Anmeldefristen

1. Runde

Schriftliche Bewerbung Abgabe bis 10. September 2018. 12:00.
Das Formular kann hier runtergeladen werden. Link.
Bitte nach Ausfüllen des Formulars auch ein one-pager an die Adresse (besmart@bvk.hu) schicken.

2. Runde

In der zweiten Runde stellen sich die durch den Ausschuss ausgewählten Start-ups auf englischer Sprache in Rahmen von pitches.

Weitere Informationen: Dunay Adrienn Viktoria, E-mail: dunay.adrienn.viktoria@bvk.hu

BMW baut neues Werk in Ungarn

Nach Audi, Opel und Mercedes folgt nun auch BMW mit einem Werk in Ungarn. Das Unternehmen will in der Nähe der ostungarischen Stadt Debrecen auf einem Gebiet von 400 ha ein neues Werk errichten. Rund eine Milliarde Euro soll das Investitionsvolumen betragen. Das Werk soll rund 1000 Mitarbeiter beschäftigen und bis zu 150.000 Fahrzeuge mit Verbrennungs-, Elektro- und Hybridantrieb fertigen. Die Bauarbeiten sollen 2019 starten.

Laut András Salgó, Kommunikationsdirektor der BMW Group Magyarország, verfügt die BMW-Gruppe in Ungarn bereits über ein ausgedehntes Zulieferernetz, zu dem unter anderen die Csaba Metál Zrt. sowie ZF Lenksysteme gehören.

BMW erklärte seine Entscheidung für Debrecen mit einer sehr guten Infrastruktur, der Nähe zum Lieferanten-Netzwerk und qualifizierten Arbeitskräften vor Ort. Wirtschaftsminister Péter Szijjártó hob hervor: „Die Investition trägt zur Erhöhung der Wettbewerbsfähigkeit Ungarns bei und stärkt zudem die ungarisch-deutschen Wirtschaftsbeziehungen“. Ungarn hatte mit BMW bereits seit 14 Monaten verhandelt.

Oberbürgermeister Papp erklärte: „Die Wirtschaftserfolge der vergangenen Jahre werden durch den Bau des neuen BMW-Werkes gekrönt, die Vorstellungen über die Zukunft der Stadt werden durch die Investition umgeschrieben“. Beim Wettbewerb um den Standort spielten seiner Meinung nach auch die Direktflüge zwischen München-Debrecen, die Flughafenentwicklung, der Start des Investitionsfördersystems sowie der Bau einer internationalen Schule eine wichtige Rolle. Beim Wettstreit um den Standort stand auch Miskolc in der engsten Auswahl, die Stadt verfügt jedoch über keinen Flughafen.

Herr Generalkonsul Szegner übernahm das Amt der Doyens des Landes NRW

Herr Generalkonsul Szegner hat am 12. Juli 2018 das Amt der Doyens des Landes NRW übernommen – zum ersten Mal erfüllt der Leiter des ungarischen Generalkonsulates diese Position.

Als Doyen wird Herr Generalkonsul Szegner künftig der Sprecher und Vertreter des Konsularischen Korps bei feierlichen Anlässen und vertritt dieses bei dem Landesparlament, -regierung und –institutionen. In NRW gibt es mit rund 100 konsularischen und diplomatischen Vertretungen eines der größten Konsularkorps unter den deutschen Bundesländern.

DUWN – Forint unter Abwertungsdruck

Der Forint ist in den letzten Monaten unter Abwertungsdruck zum Euro und Dollar geraten. Insgesamt beträgt das Minus in diesem Quartal zum Euro rund 5 Prozent und zum Dollar rund 10 Prozent.
Mitte April kostete ein Euro noch etwa 310 Forint, ein Dollar etwa 250 Forint. Durch den Werteverfall mussten letzten Donnerstag für einen Euro 327 Forint und für einen Dollar 285 Forint bezahlt werden.
Deutliche Verluste verzeichnete ebenfalls der Aktienindex des Landes. Seit Anfang 2015 stieg dieser stark von etwa 15.00 Punkten auf 41.000 Punkte. Der aktueller Kurs liegt bei etwa 35.500 Punkten.
Da der Großteil der Schulden des Staates, der Unternehmen und auch der Haushalte in Fremdwährungen notiert sind, bedeutet dies ein hohes Währungsrisiko für das Land.

Den gesamten Artikel finden Sie hier:
https://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2018/06/29/spekulanten-nehmen-ungarn-ins-visier/

DUWN – Abschottung gegen osteuropäische Unternehmen – Neue Entsenderichtlinie

Abschottung gegen osteuropäische Unternehmen – Eine unsichtbare Mauer entsteht in Europa

Für die Gewerkschaften in Westeuropa ist dies ein großer Erfolg. Das EU-Parlament beschloss vor wenigen Tagen eine Verschärfung der „Entsenderichtlinie“, mit der Mauern gegen Arbeitnehmer aus Osteuropa errichtet werden. Angestellte und Arbeiter eines Unternehmens, die in einem EU-Land ansässig ist, sollen ab 2020 nur in einem anderen EU-Land arbeiten dürfen, wenn sie die gleichen Löhne und Gehälter bekommen wie die Arbeitnehmer des Gastlands. Die Hoffnung ist groß, dass somit endlich das vermeintliche Lohndumping gestoppt werden kann. Die Praxis sieht aber anders aus. Hinzu kommt die in Kauf genommene Desintegration Europas: denn ein Grundsatz der EU wird über Bord geworfen, die Bewegungsfreiheit der Unternehmen im Binnenmarkt somit beendet.

(Unterschieden wird hier zwischen Personen, die eigenständig eine Stelle im Ausland suchen, bzw. die von Firmen entsendet werden. Die neue Regelung betrifft nur letztere.).

Auch bisher mussten Arbeitnehmer ausländischer Firmen den Mindestlohn erhalten. Damit galten gesetzliche Regelungen sowie Tarifverträge auch für diese Gruppe. Die Verschärfung sieht vor, dass nun auch Lohnbestandteile zu zahlen sind, die über die Regelungen hinausgehen, wenn eine gleichartige Arbeit geleistet wird. Zudem müssen die An- und Abfahrtkosten ersetzt werden.

Das klingt zunächst sehr gerecht, bringt aber auch einige Probleme mit sich:

  • Eine weitere Bürokratie, die Unternehmen bremst, wird aufgebaut.
  • Wer entscheidet, was „gleichartige“ Arbeit ist? Wer stellt fest, welche Überzahlungen gem. Marksituation geleistet werden müssen?
  • Aus ähnlichen, bereits bestehenden Regelungen sind negative Folgen bekannt: Gesetze werden von Arbeitsmarktverwaltung und Sozialversicherung genutzt, um Bezahlungsregeln aufzustellen, die in den heimischen Unternehmen, die man leicht erreichen kann, angewandt werden müssen. Bei Nichteinhaltung der Regeln gibt es enorme Strafen.
  • Ausländische Unternehmen bleiben meist unerreichbar. Behörden werden ausländische Firmen schwer überprüfen können.

Es geht um den guten Zweck, den Kampf gegen Lohndumping.  Dies nützt den nationalen Arbeitskräften aber nicht.

Die Investition vieler Projekte kommt nur unter der Voraussetzung zustande, dass billigeren ausländischen Unternehmen eingesetzt werden können. Können Kostenentlastungen durch ausländische Anbieter nicht erfolgen, werden Pläne nicht ungesetzt und auch inländische Unternehmen verlieren Aufträge.

Die sogenannte „Kohäsion“ leidet auch unter der neuen Regelung. Arbeit im westeuropäischen EU-Ausland hat im Osten besondere, volkswirtschaftliche Bedeutung. Der Einsatz von ausländischen Unternehmen leistet somit einen Beitrag zur wirtschaftlichen Entwicklung. Die EU sollte also die Entsendung von Arbeitnehmern in reichere Staaten erleichtern und nicht behindern. Somit könnten die von der Brüsseler Zentrale aus verwalteten 40 bis 50 Milliarden Euro Hilfsgelder gestrichen werden, Mitgliedstaaten könnten entsprechend weniger nach Brüssel zahlen um Schulden und Defizite begleichen zu können.

Aber auch der Vergleich zwischen Löhnen der lokalen bzw. entsendeten Arbeitnehmer geht nicht auf:

  • Da es keine EU-Regeln für Lohn- und Einkommensteuer und Sozialversicherung gibt, zahlen die Unternehmen Abgaben für die Entsendeten in den Heimatländern.
  • Die Entsenderichtlinie bezieht sich nur auf Löhne, Gehälter, Zulagen und Reisekosten.
  • In Polen beträgt z.B. die Staatsquote aus Steuern und Abgaben knapp über 40 Prozent, in Frankreich deutlich über 50 Prozent.
  • Den Entsendeten Arbeitern würde hier also netto mehr bleiben als den französischen Kollegen.

Der Grundgedanke der Entsenderichtlinie ist also falsch: Es geht davon aus, dass das Lohnniveau vorgegeben sei und für alle gelte.

  • Arbeitsverhältnisse wandeln sich. Die klassischen 40-Stunden-Jobs werden weniger. Bevorzugt werden projektbezogenen Beschäftigungen und variable Arbeitszeiten sowie differenzierten Entlohnungen.
  • Es gibt keine klar definierten Mindestlöhne innerhalb eines Landes. In stark wachsenden Zentren wird mehr bezahlt als in schwächeren Zonen.
  • Im Ausland Arbeitende Personen üben Druck aus auf das Lohnniveau im Heimatland

Die Entsenderichtlinie demonstriert ein Misstrauen gegenüber dem Markt und bevorzugt damit die bürokratische Regulierung. Es geht dabei um etwa 1,3 Millionen Personen. Angesichts der 227,6 Millionen Erwerbstätigen in der EU sind das gerade mal 0,57 Prozent.

 

 

Ungarn ist kein Auswanderungsland – Eurostat 2017.

Der Anteil der im Ausland arbeitenden Ungarn ist gering: laut statistisches Amt des EU arbeiten 5,2 Prozent der 20-64 jährigen in anderen Unionsländern. Das sind 325 Tausend Ungarn laut Eurostat. Dieser Anteil ist nur in den westlichen Ländern niedriger.

Bei den Parlamentswahlen in April hatten die Oppositionsparteien behauptet, Arbeitnehmer würden aus Ungarn fliehen. Die Daten von Eurostat zeigen deutlich, dass dies nicht der Fall ist, denn von 28 Mitgliedstaaten belegt Ungarn Platz 13. Das bedeutet, dass in 12 Mitgliedstaaten die Abwanderungsquote auf dem Arbeitsmarkt höher ist. Der Durschnitt beträgt 3,8 Prozent.
Von den 325 Tausend Arbeitnehmern leben nicht alle im Ausland, viele pendeln auch, oder haben Zeitverträge. Unter den Visegrad-Staaten hat nur Tschechien eine niedrigere Quote.

DUWN – „Der Forint liegt am Boden“ – Stimmungsschwankungen am internationalen Finanzmarkt

„Der Forint liegt am Boden“ – sowohl Medien als auch Analysten gebrauchen gerne Formulierungen dieser Art, vor allem wenn der ungarische Zahlungsmittel nach langen Jahren der Stabilität schwächelt. Experten sind sich aber sicher: es gibt keinen Grund für Panik, obwohl gerade etwas Ungewöhnliches passiert.

Am 21. Mai erreichte der Forint seinen zweijährigen Tiefpunkt – ein Euro kostete rund 319,26 Forint. Dies war auch deshalb ungewöhnlich, weil sich die Währung in Jahren zuvor um 310 recht lange stabil festigte.

Warum also schwächelt der Forint?

Es gibt Situationen indem der jeweilige Wechselkurs den Zustand des Staates wiederspiegelt. Die jetzige Situation ist anders. Die Gründe für die Schwäche des Forints findet man außerhalb des Marktes.

Innerhalb der Region verloren der polnische Zloty als auch die Tschechische Krone ebenfalls an Wert. Ein wichtiger Grund für dieses Phänomen ist die Tatsache das Anleger Devisen der Eurozone sowie der amerikanischen Wirtschaft wesentlich attraktiver halten als Devisen sich entwickelnder Staaten. Daher lohnt es sich für sie auch mehr ihre Gelder in diese zu investieren.

Davon unabhängig könnte aber die Ungarische Nationalbank (MNB) diese Entwicklung leicht beeinflussen, damit der Forint nicht weiter an Wert verliert. Die zur Verfügung stehenden Mittel hierzu wären die Erhöhung des Leitzinses oder kurze Mitteilungen zur Beruhigung des Marktes. In ihrer letzten Mitteilung sagte die MNB jedoch nur, es gäbe „starke Stimmungsschwankungen“ am internationalen Finanzmarkt. Der Markt hatte hier eine wesentlich signifikantere Rückmeldung erwartet, damit verlor der Forint nach der Mitteilung weiter an Wert.

Der schwache Forint bedeutet Probleme für all die, die Importwaren kaufen, sowie die ihre Kredite in Devisen (wie Euro oder Schweizer Franken) tilgen.

Auch die Benzinpreise werden steigen, diese werden ebenfalls zum Teil von den Wechselkursen gesteuert.

Auch Urlauber werden durch die Änderung beeinflusst. Vor allem wenn sie nicht vorher reserviert hatten. Das bei vielen beliebte Ziel Kroatien hat hier mit der Kuna eine wesentlich stärkere Währung als der heimische Forint.

Wem nützt der schwache Forint?

Oft werden hier Export orientierte Unternehmen genannt. Jedoch macht der größte Teil der Export Unternehmen in Ungarn ihre Geschäfte in Euro (z.B. Mercedes oder Audi), hier spielt der Wechselkurs der Forint keine wesentliche Rolle. Rein ungarische Exportunternehmen freuen sich nur selten über den schwachen Forint, da sie ihre Rohmaterialien aus dem Ausland kaufen.

Den gesamten Artikel finden Sie hier:
http://hvg.hu/gazdasag/20180523_forintarfolyam_mnb_deviza_forint

III. Startup Budapest Forum | Budapest am 28.03.2018

Die öffentliche Stiftung Budapester Unternehmensentwicklung (BVK) veranstaltete am 28.03.2018 zum dritten Mal das Startup Budapest Forum im Budapester „Bálna“, als Teil der Veranstaltungsreihe „Startup Budapest Frühling“. Auf der Veranstaltung nahmen die Gewinner des V4 EYES 2.0 Wettbewerbs, der als Teil des offiziellen Fachprogramms der ungarischen V4 Vorstand und der BVK 7. Be Smart Startup veranstaltet wurde, ihre Urkunden entgegen.

Die 7. Be Smart Gewinner können sich damit in Lissabon, Madrid sowie auf der think.BDPST vorstellen. Die V4 EYES Gewinner können in den Hauptstädten der V4 Länder Beziehungen aufbauen und die örtlichen Startup-Ökosysteme kennenlernen.

Laut Umfrage des letzten Eurostat belegt Ungarn den 3. Platz in der Union im Bereich schnell wachsende Unternehmen, die Zahl der Unternehmen die ernsthafte Erfolge aufzeigen können, wächst stetig. Die Region Mittel-Ungarn steht nach den Daten des Beschäftigungswachstums von 2016 auf Platz 7 – sagte Szalai Piroska, Vorsitzende des BVK Kuratoriums.

Ziel der Regierung der Hauptstadt Budapest ist jungen Unternehmern, die dort lernen, leben und ihre Zukunft dort planen, so viel Inspiration und Impulse wie nur möglich zu geben. Wir sind bestrebt unsere Hauptstadt zum Innovationszentrum Ost-Europas zu machen – sagte Dr. Szeneczey Balazs, der Stellvertretender Oberbürgermeister.

Varju Krisztina, Beauftragte des Ministeriums für Außenwirtschaft und Äußeres im Zusammenhang der V4-Mitgliedschaft Ungarns sagte: Es ist unser Ziel, während des ungarischen V4 Vorstands dazu beizutragen, unsere Region mit europäischen Fokus, aber auch mit deutlichen regionalen Zielen zu unterstützen. Damit Mitteleuropa auf das digitale Zeitalter vorbereitet, auch global ihre Wettbewerbsfähigkeit als Mittel-Europa weiter stärken kann.

 

Rückkehr zum Dialog 2.0 – Aufruf des ungarischen Botschafters

Diesem Aufruf des ungarischen Botschafters kann sich der Deutsch-Ungarische Unternehmerclub nur anschließen.

 

Rückkehr zum Dialog 2.0

Vor den Parlamentswahlen in Ungarn gab es in den deutschen Medien einen echten Tsunami von Kommentaren und Interviews. Eine kurze Analyse zeigt klar und eindeutig: mehr als 90 % gehen in dieselbe Richtung. Die „Gesprächspartner“ vertraten ausschließlich nur eine und dieselbe Position, nämlich die einseitige Kritik an der Politik der ungarischen Regierung. Es ist das gute Recht dieser Medien, die andere Meinung in wichtigen Fragen zu ignorieren, mit Schlagetot-Rhetorik versuchen diese zu diskreditieren. Als Botschafter meines Landes, aber zugleich auch als ungarischer und überzeugter europäischer Bürger erachte ich es für notwendig, wenigstens auf die wichtigsten Aussagen und Behauptungen zu reagieren, da die extrem arrogante und faktenignorante Offensive mit der klaren demokratischen Entscheidung der ungarischen Wähler nicht aufgehört hat, sondern sogar eine neue Dimension erreicht hat.

Deutschlandfunk hat uns lehren wollen, die Ungarn verstünden nichts von der Demokratie. Während 70 % der ungarischen Wähler von ihrem Grundrecht Gebrauch gemacht haben und das größte Fest der Demokratie würdig begangen haben, schrieb die Welt am Sonntag, „die Ungarn wählen, doch eine Wahl haben sie nicht“. Die Süddeutsche Zeitung sprach ganz einfach über gehirngewaschene Anhängerschaft. Die Berliner Zeitung schrieb schlicht und einfach über Europas Schande. No comment.
Dann kamen die EU-Themen, über das unsolidarische Ungarn, das die EU zerstören will, das nur Dank Fördermitteln irgendwie überleben kann. Hier sehe ich einige fundamentale Probleme mit dem Umgang mit Fakten. Eines besteht darin, dass viele selbsternannte Guteuropäer es nicht ertragen können, wenn man eine eigene Meinung in wichtigen europäischen Fragen hat. Ich kritisiere nicht ihre Überzeugung, ihre Meinung. Aber ich muss entschieden zurückweisen, wenn die andere Meinung entweder einfach totgeschwiegen, oder aber totgeschlagen wird. Ungarn hat den EU-Vertrag immer (ich betone: immer) respektiert, oder Konflikte auf Grund der gemeinsamen Regeln ausgetragen, ging es um Grenzschutz, Haushaltsregeln oder Rechtstaatlichkeit. Wir haben unsere Pflichten ernst genommen und auch von unserem Rechte Gebrauch gemacht.
Nehmen wir die zwei am häufigsten in der Auseinandersetzung mit Ungarn aufgebrachten Beispiele. Zum einen, während heute schon (fast) alle in der EU die Notwendigkeit des Schutzes der EU-Außengrenzen anerkennen, werden die überdurchschnittlichen Anstrengungen Ungarns und der Ungarn schlicht ignoriert, manchmal sogar zynisch und faktenignorant an den Pranger gestellt. Zum anderen wird die Kohäsionspolitik als eine Art Spende, Almosen vorgestellt. Und nun zu den Fakten: Diese Gemeinschaftspolitik wurde in den 80-er Jahren als wichtiger Pfeiler zur Vollendung des Binnenmarktes und der vier Grundfreiheiten ins Leben gerufen, zu jener Zeit, als wir noch hinter dem Eisernen Vorhang verharren mussten. Geben und nehmen. Die EU ist sowohl eine Werte- als auch eine Verantwortungsgemeinschaft.

Was aber wirklich unter die Gürtellinie geht, ist die Bezichtigung des Antisemitismus. Keine andere Regierung in Ungarn hat im Kampf gegen Antisemitismus so viel geleistet, wie die Orbán Regierung seit 2010, wie z.B. gesetzliche Grundlagen, Förderung jüdischer Kultur, Erneuerung und Renovierung von jüdischen Glaubenseinrichtungen und Friedhöfen. Die Ergebnisse sind sichtbar geworden, diese können aber nur dann gesehen werden, wenn man bereit ist, die Augen vor diesen Tatsachen zu öffnen. Am selben Tag, als eine jüdische Frau in Paris brutal ermordet wurde, und in Berlin das Thema Antisemitismus auf Schulhöfen in die Schlagzeilen kam, hat Ministerpräsident Orbán die aus ungarischen Steuergeldern renovierte Synagoge in Szabadka/Subotica gemeinsam mit dem serbischen Präsidenten eingeweiht. Ich konnte darüber in den deutschen Medien nichts lesen. Wie auch darüber nichts zu lesen war, dass der israelische Ministerpräsident, der vor einigen Monaten Budapest besucht hat, in seinem Gratulationsschreiben am Sonntag Viktor Orbán nach Israel eingeladen hat.

Die EU-27 stehen vor außergewöhnlichen Herausforderungen. Brexit kommt, ein globaler Handelskrieg schwebt in der Luft, Konflikte traditioneller und neuer Art gefährden die Sicherheit und den Wohlstand unserer Bürger. Die einzige Chance ist unser Zusammenhalt. Wie diese Herausforderungen am besten behandelt werden können, darüber müssen wir schnell diskutieren, um die notwendigen gemeinsamen Entscheidungen treffen zu können. Ich betone: gemeinsam. Das gilt auch für Fragen, wo wir unterschiedlicher Meinung sind, oder aber unterschiedliche Visionen haben, insbesondere für den Themenbereich Migration. Die EU ist eine Gemeinschaft von gleichberechtigten Mitgliedsstaaten und Bürgern. Ungarn ist einer von denen. Wir sind verantwortliche und verlässliche Partner. Dieses Europa gehört auch uns. Wir lieben es, wir wollen, dass es stark und zukunftsfähig ist und bleibt.

Alle – ich betone: alle – deutsche Journalistinnen und Journalisten, Bürgerinnen und Bürger sind zu einem Dialog willkommen, wenn sie an einer fakten- und lösungsorientierten Diskussion interessiert sind. Ich hoffe aufrichtig, dass die Beleidigungsorgie der letzten Wochen durch einen europäischen Dialog ersetzt werden kann. Die Botschaft von Ungarn, das Büro des ungarischen Botschafters in Berlin bleibt stets offen. Sie sind herzlichst zu einem Dialog eingeladen, zum Wohle unserer Länder und Europas!

Unser Bekenntnis für Europa und die ungarische Bereitschaft zum Dialog wurde am Wahlabend auch offiziell von Premierminister Viktor Orbán bekräftigt: „Wir sind nicht gegen Europa und die Europäische Union, sondern wir wollen Europa, wir wollen die Europäische Union. Wir wollen eine erfolgreiche und starke Europäische Union. Jedoch müssen wir zuerst alles ehrlich aussprechen, was uns plagt (…). Ungarn will nicht jene Fehler begehen, die mächtigere und reichere Länder begangen haben. Und wir wollen nicht, dass Europa wegen dieser Fehler zugrunde geht. Wir wollen diese beheben. Nach der heutigen Wahl ist Ungarn mit seiner vollen Kraft bereit, an der gemeinsamen europäischen Arbeit teilzunehmen.“
Berlin, den 9. April 2018
Botschafter Dr. Péter Györkös