ZalaZone – Teststrecke der Zukunft

2016 beschloss die ungarische Regierung, ein einzigartiges Projekt in die Wege zu leiten. Eine Fahrzeugteststrecke. Doch nicht für gewöhnliche Kraftwagen, sondern für Autos der Zukunft. Derzeit entsteht in der Nähe des westungarischen Zalaegerszeg eine Teststrecke, auf der die Autos der Zukunft schon bald auf Herz und Nieren geprüft werden sollen.

Die Entstehungsphase

Das als ZalaZone bezeichnete Projekt wurde im April 2017 in Angriff genommen und erstreckt sich auf einem 265 Hektar großen Gebiet. In das modernste, autoindustrielle Projekt Mitteleuropas sollen insgesamt rund 42 Milliarden Forint investiert werden. Neben Automobilen Projekten werden hier auch Entwicklungen im Bereich der Telekommunikation und der Infrastruktur getestet werden können. Zur Verwirklichung all dieser Ziele pflegt ZalaZone auch enge Beziehungen zu verschiedenen Universitäten in Ungarn. Der Grund dafür, dass das 240 Kilometer von Budapest entfernte Zalaegerszeg als Standort gewählt wurde, ist, dass sich in der Region zahlreiche Autohersteller und Zulieferer befinden.

Aufbau der Teststrecke

Die Testbahn beinhaltet verschiedene Strecken, die jeweils unterschiedliche Situationen und Fahrbahnbedingungen simulieren. Erbaut werden die Strecken in drei Etappen. Die erste begann 2018 und endete bereits im Januar 2019. Dabei wurden zunächst die wichtigsten Module entwickelt: etwa der dynamische Parcours (eng.: dynamic surface), der Handlingkurs (eng.: handling course), der Bremsparcours (eng.: braking surfaces) und die Landstraßen sowie ein Drittel der „Smart City Zone“. In einer zweiten Etappe wird derzeit der ovale Hochgeschwindigkeitsparcours (eng.: high-Speed oval), die Autobahn und weitere Strecken der „Smart City Zone“ errichtet. In der letzten Etappe sollen die sogenannten „schlechten Straßen“, die Steigungen, Lärmtestsabschnitte und die Wasserbecken errichtet werden.

Ziele von ZalaZone

Das wichtigste Ziel des ZalaZone-Projekts ist die Schaffung einer komplexen und einzigartigen Testumgebung für die vollständige Prüfung selbstfahrender und elektrisch angetriebener Fahrzeuge. Die Forschung und die Entwicklungstests, die hier stattfinden, könnten mit dazu beitragen, dass es zukünftig weniger Staus gibt, die Menschen bequemer an ihr Ziel kommen und dabei auch noch viel Zeit sparen. Die ZalaZone soll voraussichtlich bis Ende 2020 fertiggestellt werden.

Geldpolitik: Ungarns Notenbank leitet ersten kleinen Schritt zur Zinswende ein

Der Währungsrat der Notenbank entschied, die erste Zinserhöhung seit mehr als sieben Jahren vorzunehmen. Am Nachmittag des 26. März traten die Währungshüter der Ungarischen Nationalbank (MNB) zusammen. Die Vorzeichen standen gut für eine monetäre Wende, denn im Februar wurde das Inflationsziel der MNB durchschnittlich drei Prozent erreicht. In den jüngsten Wochen intensivierte sich die Erwartungshaltung, dass es mit der ultralockeren monetären Politik bald vorbei sein wird – die Märkte fragten sich, wann die monetäre Wende eintritt.

Der Währungsrat der MNB gab dann bekannt, den Tagessatz um 10 Basispunkte angehoben zu haben. Fortan steht dieser Zinssatz bei -0,05 Prozent, also noch 95 Basispunkte unter dem Leitzins.

In ihrer Pressemitteilung bekräftigte die MNB erwartungsgemäß ihre absolute Priorität, die Preisstabilität zu erreichen und zu bewahren. Inflation wird durch die anhaltend belebte Inlandsnachfrage angeheizt, von Seiten der lahmenden äußeren Konjunkturjedoch abgebremst. Die MNB rechnet für 2019 mit einem verhalteneren Wachstumstempo von 3,8 Prozent. Der Zinssatz für Tageseinlagen wurde um 10 Basispunkte auf -0,05 Prozent angehoben, während der sogenannte Leitzins und der Spitzenrefinanzierungssatz der Notenbank unverändert bei 0,9 Prozent stehen.

Nachhaltige Wende – BIP Ungarns 2018.

Die ungarische Wirtschaft schneidet zunehmend besser ab, die im vergangenen Jahr erreichten 4,8% Wachstum zeigen die höchste Dynamik seit anderthalb Jahrzehnten. Das sagte Finanzminister Mihály Varga bei der Präsentation der frischen BIP-Zahlen des KSH. Während die Konjunktur sowohl in der Weltwirtschaft allgemein als auch im Besonderen in der EU abflaut, verfolgt die Orbán-Regierung die Absicht, den aktuellen Schwung zu bewahren. Das Zentralamt für Statistik (KSH) geht in einer ersten Schätzung von einem Wachstum im IV. Quartal mit unbereinigt 5,0% und saisonal sowie nach Kalendertagen bereinigt von 4,8% aus. Im Gesamtjahr 2018 ergab sich roh ein BIP-Zuwachs um 4,8%, bereinigt sogar von 4,9%. Stärkster Wachstumsmotor sei mittlerweile der Dienstleistungssektor. Dank Steuersenkungen und Lohnerhöhungen bleibe mehr Geld bei den Familien, der Wohnungsbau stärke das Baugewerbe. Damit Ungarn auch langfristig mindestens 2 Prozentpunkte über dem EU-Durchschnitt wachsen kann, beabsichtigt die Regierung weitere Maßnahmen zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit und einen Aktionsplan zum Schutz der Wirtschaft, sagte der Finanzminister.

Quelle: Budapester Zeitung 16. Februar 2019

Robert Bosch investiert in Miskolc

Der deutsche Maschinenbau-Gigant Robert Bosch wird in seiner Automobilabteilung im nordöstlichen ungarischen Miskolc 14,1 Milliarden Forint (43,8 Mio. EUR) investieren. Die ungarische Regierung unterstützt die Investition mit einem Betrag von 2,65 Milliarden Forint.

„Unternehmen gaben 98 große Investitionen mit einem Rekordwert von 1.380 Milliarden Forint bekannt, unterstützt durch insgesamt 135 Milliarden Forint staatliche Zuschüsse“ – betonte der Außenminister Péter Sziijjártó.

Robert Bosch Energy and Body Systems produziert Fahrzeugteile, Relais und elektrische Antriebe. Zu den Produkten, die es herstellt, gehören Produkte der nächsten Generation wie Brems-Servomotoren und ESP-Systeme, die in Hybrid- und Elektroautos zum Einsatz kommen. Mit der aktuellen Investition werden bis 2021 Produktionslinien für Produkte der nächsten Generation sowie Prüfsysteme errichtet.

Mindestlohn erhöht um acht Prozent

Mit 1. Januar ist der Mindestlohn in Ungarn um acht Prozent gestiegen. Somit bekommt man monatlich brutto 149.000 Forint (rund 464 Euro). Darüber haben sich Unternehmensvertreter und Gewerkschaften mit der Regierung kurz vor dem Jahreswechsel geeinigt. Für Arbeitnehmer mit Matura sollen im neuen Jahr 195.000 Forint (607 Euro) ausbezahlt werden. Der gesetzlich garantierte Mindeststundenlohn beläuft sich damit auf 857 Forint (2,67 Euro), bei qualifizierten Arbeitnehmern auf 1.121 Forint (3,49 Euro). Die Sozialpartner vereinbarten zudem eine Erhöhung um ebenfalls acht Prozent für das Jahr 2020.

Orbán: Rolle Mitteleuropas wird aufgewertet

Bei einem Treffen der ungarischen „Ständingen Konferenz“ sprach am Freitag Ministerpräsident Viktor Orbán in Budapest hinter verschlossenen Türen über die Stärkung Mitteleuropas gegenüber der deutsch-französischen Achse in Europa. Das Volumen und der Wert des deutsch-französischen Handels mache die Hälfte des Handels zwischen der Visegrád-Gruppe und Deutschland aus, sagte Orbán in einem, auf der Regierungswebsite veröffentlichten Bericht. Dies sei „eine beispiellose Entwicklung“. Orbán betonte: er habe vorausgesagt, dass Mitteleuropa, einschließlich des Karpatenbeckens, der Motor des europäischen Wirtschaftswachstums in den kommenden Jahren sein wird. „Der Beitritt Montenegros, Mazedoniens und Serbiens zur Europäischen Union wäre ein wichtiger Schritt zur Stärkung der Bedeutung Mitteleuropas in geopolitischer Hinsicht.“

Ungarns Zentralbank kauft 28 Tonnen Gold

Bereits im März hatte Ungarn angekündigt, das in London gelagerte Gold abzuziehen.
Die ungarische Zentralbank gab am Dienstag eine signifikante Erhöhung der nationalen Goldreserven bekannt. Die Magyar Nemzeti Bank (MNB) buchte im Oktober zusätzlich 28,4 Tonnen Gold ein.
Damit haben sich die Goldbestände des Landes von zuvor 3,1 Tonnen auf 31,5 Tonnen verzehnfacht. In der Erklärung der MNB heißt es: „Unter Berücksichtigung der langfristigen Ziele der nationalen und wirtschaftspolitischen Strategie des Landes hat der Währungsrat der Magyar Nemzeti Bank die offiziellen Goldreserven Ungarns im Einklang mit seiner früheren Entscheidung deutlich erhöht.“

Die Zentralbank Ungarns kaufte damit erstmals seit 1986 wieder Gold.

 

Visegrád-Gruppe plant den Bau der Budapest-Bratislava-Brno-Warschau Express Bahnlinie

Die Länder der Visegrád-Gruppe beschlossen gemeinsam eine Hochgeschwindigkeitslinie zwischen Budapest, Bratislava, Brno und Warschau zu bauen. Das teilte der ungarische Außenminister nach Gesprächen mit den Verkehrsministern der anderen drei Mitgliedern der Gruppe am Montag in der Slowakei mit. Die Entscheidung wurde in Übereinstimmung mit den politischen Interessen aller vier Mitgliedern beschlossen, sagte Péter Szijjártó. Bereits in einer Woche werden die öffentlichen Ausschreibungen des Projektes veröffentlicht. Der Ausschreibungsprozess soll ein halbes Jahr dauern, eine Durchführbarkeitsstudie soll innerhalb ein bis zwei Jahren fertiggestellt werden. Die neue, zweigleisige Linie soll Geschwindigkeiten von bis zu 250 km/h ermöglichen. Die Züge werden in allen drei Hauptstädten halten, sowie in Brno. An den Gesprächen nahm auch die Europäische Investment Bank (EIB) teil. Die Bank hatte bereits viele Zuglinienprojekte finanziert. „Dies wird ein typisches Visegrád Projekt, mit Teilnahme aller vier Länder an der Finanzierung.“ sagte Szijjártó.

BMW baut neues Werk in Ungarn

Nach Audi, Opel und Mercedes folgt nun auch BMW mit einem Werk in Ungarn. Das Unternehmen will in der Nähe der ostungarischen Stadt Debrecen auf einem Gebiet von 400 ha ein neues Werk errichten. Rund eine Milliarde Euro soll das Investitionsvolumen betragen. Das Werk soll rund 1000 Mitarbeiter beschäftigen und bis zu 150.000 Fahrzeuge mit Verbrennungs-, Elektro- und Hybridantrieb fertigen. Die Bauarbeiten sollen 2019 starten.

Laut András Salgó, Kommunikationsdirektor der BMW Group Magyarország, verfügt die BMW-Gruppe in Ungarn bereits über ein ausgedehntes Zulieferernetz, zu dem unter anderen die Csaba Metál Zrt. sowie ZF Lenksysteme gehören.

BMW erklärte seine Entscheidung für Debrecen mit einer sehr guten Infrastruktur, der Nähe zum Lieferanten-Netzwerk und qualifizierten Arbeitskräften vor Ort. Wirtschaftsminister Péter Szijjártó hob hervor: „Die Investition trägt zur Erhöhung der Wettbewerbsfähigkeit Ungarns bei und stärkt zudem die ungarisch-deutschen Wirtschaftsbeziehungen“. Ungarn hatte mit BMW bereits seit 14 Monaten verhandelt.

Oberbürgermeister Papp erklärte: „Die Wirtschaftserfolge der vergangenen Jahre werden durch den Bau des neuen BMW-Werkes gekrönt, die Vorstellungen über die Zukunft der Stadt werden durch die Investition umgeschrieben“. Beim Wettbewerb um den Standort spielten seiner Meinung nach auch die Direktflüge zwischen München-Debrecen, die Flughafenentwicklung, der Start des Investitionsfördersystems sowie der Bau einer internationalen Schule eine wichtige Rolle. Beim Wettstreit um den Standort stand auch Miskolc in der engsten Auswahl, die Stadt verfügt jedoch über keinen Flughafen.